Armenien – katastrophale Straßen?

Armenien – katastrophale Straßen?

Statistik:

Goris – Lake Sevan

Pannen: Keineeeee!

Ich war nur 3 Tage in Armenien, aber ich möchte mit dem mysteriösen Irrglauben der katastrophalen Straßen aufräumen, daher gibt’s trotzdem nen kurzen Bericht dazu.

Nachdem meine Freunde und Familie mir eindringlichst abgeraten haben durch das Kurdengebiet in der Türkei zu fahren reise ich über Agarak nach Armenien ein. Das Ausstempeln des Carnet de Passage und der Papierkram auf armenischer Seite verlaufen problemlos.

Ich bin zwar traurig meine Perle den Iran zu verlassen, freue mich aber auf kurzärmlige T-Shirt und Hijab-Freiheit. Aus dem Iran ausgestempelt, ziehe ich den Hijab während der Fahrt durch die paar Meter Niemandsland ab und genieße das Gefühl der Freiheit. Eine Gruppe von 3 Touristen jubelt in Anbetracht des wehenden Schals als ich an ihnen vorbeifahre.

Ich hätte die Grenze fast schon wieder passiert ohne das Zollfenster zu besuchen. Zum Glück ruft mich ein aufmerksamer Armenier zurück. Ich möchte mein Motorrad ungern wieder versehentlich illegal einführen! Ich werde zudem angehalten eine Versicherung für Fridolin zu kaufen, bedeute dem Beamten aber, ich sei mit der Grünen Versicherungskarte bereits versichert. Dass Armenien nicht in die Grüne Versicherungskarte eingeschlossen ist bemerke ich erst später. Glücklicherweise werde ich nicht angehalten. Das hätte teuer werden können! Da ich in fester Überzeugung bin versichert zu sein lässt mich der „Versicherungsvertreter“ auf armenischer Seite, der mich 3 Minuten lang anbrüllt ich solle in sein Containerbüro kommen, kalt.

Ich bin ziemlich nervös, da die Straße in Armenien ganz furchtbar sein sollen und ich in 3 Tagen meinen Flug aus Tiflis nach Deutschland erreichen muss. In brütender Mittagshitze fahre ich also besorgt durch Armeniens grüne Berge und warte und warte und warte auf die angekündigten schlechten Straßen. Sie kommen nicht. Zunächst nicht jedenfalls.

Es ist seltsam wieder in einem Land mit Kirchen und Klostern zu sein. Beim Besichtigen des beeindruckend gelegenen Norvank Kloster fällt mir auf wie sehr ich den Geruch nach Weihrauch mit Heimat verbinde – obwohl ich nie in die Kirche gehe! Ich denke an die vielen Leute die Ihre Heimat verlassen um irgendwo anders ihr Glück, oder schlicht Frieden, zu suchen und versuche mir die Komplexität der Andersartigkeit eines neuen Lebens vorzustellen, wenn alles fremd ist, auch die Gerüche. Mir war das vorher nicht  in dem Maße bewusst.

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Ich Campe eine Nacht am Sevan Lake. Es ist Samstag und voll von armenischen Party Touristen. Ich treffe auf María auf ihrer GS. Sie ist im letzten Jahr in 2 Monaten von Spanien nach Indien und zurück gefahren! Was ein Tempo! Es gibt sie also doch – Frauen allein auf dem Motorrad! Wir tauschen uns über unsere Erfahrungen als Minderheit im männerdominierten Motorradsport aus und stimmen überein: Es braucht Durchsetzungsvermögen!

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Eine sehr kurze Nacht später, wandere ich zu der süßen armenischen Kirche die über dem See thront:

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Die Straßen in Armenien bleiben gut. Das einzige anspruchsvolle Stück sind die letzten 60 Km zur georgischen Grenze. Das ist eine einzige Baustelle! Ich frage mindestens 7 Mal ob das WIRKLICH noch die Hauptstraße nach Tiblisi ist, weil ich mich auf 1,5 Metern Matsch durch Baustellenfahrzeuge schlängele. Ein gelangweiltes „Ja“ ist die Antwort. Ich bin aber gut in der Zeit und erreiche nach 3 Tagen auch schon Georgien. Entspannt.

Die Grenzüberquerung nach Georgien ist unfassbar effizient und schnell! Die Georgier haben das echt draut! Nach kurzer Passkontrolle und Aufnahme der Fahrzeugdaten bin ich auch schon an den ersten Obst und Waschmittel Ständen. Fragt mich jetzt nicht warum gerade diese Kombi so hoch im Kurs liegt, aber das gibt’s an jeder Ecke. Ich musste meinen Pass kein 2. Mal vorzeigen (das hatte ich noch nie!). Kein Zoll- Dschungel. Ich war so verdutzt, dass ich nochmal zurückgefahren bin um zu fragen ob ich wieder versehentlich am Zoll vorbeigefahren bin. Ne alles richtig. 2 Stunden Später komme ich im „Why not“ Hostel in Tiblisi an, da bleibe ich- wie so viele Bewohner dort- erstmal „hängen“.

In 2 Tagen geht’s nach Deutschland zur Hochzeit meines Bruders. Bin ich bereit für Deutschland? Passe ich nach der Reise noch in Mein Kleid?

 

One thought on “Armenien – katastrophale Straßen?

  1. Jack

    Hast jetzt zu oder abgenommen, man sieht auf dem Foto nix von Dir bzw. nur sehr viel Motorradklamotten, ev. würde ein Bikinfoto da Abhilfe schaffen 😉
    Maria ist aber wohl kaum mit diesen Rädern unterwegs, sind ja Gußfelgen – das geht gar nicht.
    Was aus Deinem Posting nicht heraus geht: ist die Reise dann schon vorbei oder machst nur einen Zwischenstopp und fährst nach der Hochzeit dann von Tiflis über die Türkei weiter zurück?
    Falls Du ne Bleibe in AT suchst, ich kann Dir was anbieten!
    Viel Spass auf der Hochzeit du eisenhartes Mädel! 🙂

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